Im Schwarzwald war jedes Holz wichtig – Kipfenberger Damen verlieren Derby

Kipfenberg (mrt)
Für die Männer des KRC Kipfenberg ging am vergangenen Samstag die Reise in den Schwarzwald zum
Tabellenfünften (8:6 Tabellenpunkte) SG Wolfach-Oberwolfach. Verzichten musste man hier auf die Top-
Spieler Schobert und Niefnecker. Umformiert setzte man sich das Ziel, zumindest ein Unentschieden mit ins
Altmühltal zu nehmen. Der erst 14-jährige Jugendkegler Simon Klüber spielte dabei eine wichtige Rolle.
Nach einem Wechselbad der Gefühle und der nervlichen Zerreißprobe gelang dem KRC Kipfenberg mit 5:3
und einem 3290:3291 Holz ein mehr als glücklicher Auswärtserfolg. Die Kipfenberger Damen hatten
weniger Reisestress, blieben aber im Derby bei der DJK Ingolstadt II mit 2:6 und 3113:3055 einiges
schuldig.
8. Spieltag 2. Bundesliga Süd/West
SG Wolfach-Oberwolfach – KRC Kipfenberg 3:5 (11,5:12,5/ 3290:3291 Holz)
Auf Grund der personellen Probleme musste man im Startpaar umstellen. Michael Weber und Fabian
Lange gingen gegen Florian Faißt (562 Holz) und Marcel Dörfler in die Startformation. Weber machte auf
den nicht einfach zu spielenden Bahnen ein solides Spiel. Ein Durchhänger im dritten Durchgang brachte
ihn um ein besseres Ergebnis und auch um den Mannschaftspunkt. Am Ende musste er sich mit 1,5:2,5 und
541 Holz geschlagen geben. Auf den Nebenbahnen sollte Fabian Lange für die Punkte sorgen, aber er kam
mit 127:108 Holz nur schleppend ins Match. Die Gastgeber reagierten sofort und brachten für Marcel
Dörfler mit Jürgen Rommelfanger neues Personal, was auch Wirkung zeigte. Lange lag vor dem letzten
Durchgang zwar mit 2:1 in Führung, doch mit 393:397 Holz zurück und durfte den letzten Durchgang nicht
verlieren. Nun war der Kampfgeist des jungen Nationalspielers endgültig geweckt. Mit überragenden
169:134 Holz holte sich Lange souverän den letzten Satz und setzte sich mit 3:1 und 562 Holz gegen
Dörfler/Rommelfanger (531 Holz) durch. Nach dieser keglerischen Berg-und Talfahrt hatte Kipfenberg nach
der Startpaarung mit 1:1 und 10 Holz Vorsprung glücklich die Nase vorne. In der Mittelachse waren nun
Manfred Hanikel und Leonard Danner gegen Simon Leitl und Hagen Neumann in der Pflicht. Hanikel ging
vom Start weg in Führung und baute diese kontinuierlich bis zum Schluss aus. Mit 3:1 Satzpunkten und der
Tagesbestleistung von 591:530 Holz sorgte er für den nächsten Mannschaftspunkt. Auf den Nebenbahnen
startete Danner furios mit 155:116 Holz. Die Weichen auf Sieg waren gestellt, aber postwendend gab er die
eben gewonnenen Kegel im zweiten Durchgang mit 126:155 direkt wieder ab. Somit stand es 1:1 und
281:271 Holz im Duell. Der dritte Durchgang war Spannung pur – nervenstark holte er sich diesen mit
132:130. Im letzten Satz musste man sich dann die Augen reiben, wie der Kipfenberger den Punkt noch her
schenkte. Mit mageren 109:122 gab er den letzten Satz und auch die entscheidenden Holz ab. Am Ende kam
Leonard Danner nicht über 521 Holz hinaus und bei einem 2:2 ging der wichtige Mannschaftspunkt mit 524
Holz an Hagen Neumann. Das Niveau für ein Spiel in der 2. Bundesliga war überschaubar und Kipfenberg
war bei einem 2:2 und 68 Holz überraschend im Vorteil. Damit war die Ausgangslage für das Schlusspaar
wie folgt. Wenn man den Holzvorsprung noch über die Ziellinie retten könnte, hätte man das Unentschieden
in der Tasche. Mit einem weiteren Mannschaftspunkt und der mehr erzielten Holz wäre sogar ein Sieg drin.
Allerdings konnte man genauso gut noch verlieren. Im Schlussdrittel spielten Kapitän Mario Strauß und der
erst 14 jährige Jugendspieler Simon Klüber gegen Björn Albrecht und Marco Teller. Simon Klüber spielt in
der Bayernliga Jugend und debüttierte erstmals in der 2. Bundesliga. Gegen den besten Akteur der
Gastgeber Marco Teller war dies für Simon Klüber eine Mammutaufgabe. Mario Strauß gab ihm auf der
anderen Seite Rückhalt und Begleitschutz. Nach 60 Schub war einiges geschehen, aber nicht wirklich was
passiert. Mario Strauß lag mit 1:1 und 277:273 Holz leicht in Führung. Für die Überraschung aber sorgte
das Kipfenberger Nachwuchstalent. Mit 280:283 und einem Zwischenstand von 1:1 machte Simon Klüber
ein hervorragendes Spiel. Der Vorsprung betrug zu diesem Zeitpunkt noch immer 69 Kegel und der Sieg
war nur noch eine Frage der Zeit. Im dritten Durchgang musste Klüber dann etwas abreissen lassen, jedoch
konnte im anderen Duell Strauß seinen Punkt locker holen. Man musste nur 8 Kegel einbüßen und ging mit
einem Plus von 61 Kegeln relativ locker auf die letzten 30 Wurf. Dann jedoch wurde es ein
nervenaufreibendes Spiel. Der Holzvorsprung schmolz Schub für Schub. Schon auf die Vollen gaben die
Kipfenberger wertvolle Holz ab. Der Vorsprung betrug vor dem alles entscheidenden Räumen nur noch 23
Kegel. Nun setzten die Heimakteure zum Überholen an. Die Kipfenberger stemmten sich gegen die immer
näher kommende Niederlage. Der letzte Schub war geschoben und die letzten Kegel waren gefallen. Nun
schauten alle gespannt auf die Anzeigentafel. Kurzes Warten, ob alles stimmt und dann wurde im
Kipfenberger Lager gefeiert. 1 Holz Vorsprung konnte über das Ziel gerettet werden. Mario Strauß holte
den dritten und entscheidenden Mannschaftspunkt mit 568:556 Holz. Simon Klüber musste am Ende doch
mit 1:3 und 508 Holz gegen Marcel Teller (587) „Lehrgeld“ zahlen, aber diesen Kampf wird er niemals in
seinem Keglerleben mehr vergessen. Die Heimfahrt war dementsprechend feucht-fröhlich. Mit nunmehr
8:8 Tabellenpunkten hat sich Kipfenberg auf den 6. Tabellenplatz verbessert. Am kommenden Samstag um
15 Uhr empfängt der KRC Kipfenberg auf den Birktalbahnen den Tabellenvorletzten KSV Hölzlebruck
(5:11 Tabellenpunkte).
8. Spieltag Bayernliga Frauen
DJK Ingolstadt 2 – KRC Kipfenberg 1 / 6:2 (3113:3055 Holz)
Für das Kipfenberger Frauen-Team stand an diesem Sonntag das Auswärtsspiel mit der kürzesten Anreise
in Ingolstadt auf dem Plan. Die Frauen wollten auch hier die Tabellenführung verteidigen. Ungewohnt war
das Spiel über 6 Bahnen. Somit hatten wir hier zum Start ein Trio, das für die Punkte sorgen sollte. Anja
Pätzold, Natalie Papp und Daniela Lindner wollten den mitgereisten Fans etwas zum Feiern bieten. Pätzold
verschlief die beiden Auftaktsätze gegen Kleilein, konnte sich dann im dritten Satz eindrucksvoll zurück
melden und auf 1:2 verkürzen. Im letzten Satz konnte sie jedoch nicht ihr gewohntes Spiel auf die Bahnen
bringen und verlor ihr Spiel mit unzufriedenen 489:521 Holz. Papp lieferte sich mit ihrer Gegnerin einen
offenen Schlagabtausch. Allerdings konnte sie auf die zweiten 60 Wurf nichts mehr gegen ihre Gegnerin
ausrichten. Auch sie musste ihren Punkt mit mageren 487:527 Holz abgeben. Damit musste Lindner schon
punkten, um nicht zu weit ins Hintertreffen zu geraten. Nach 60 Wurf war auch hier ein 1:1 auf der Anzeige
zu sehen. Auf der Folgebahn brannte sie ein regelrechtes Feuerwerk auf die Vollen ab und holte hier
entscheidende Holz gegen ihre Gegnerin. Am Ende kam sie über ein 2:2 und einer Holzzahl von 518:513 zu
dem verdienten und wichtigen Mannschaftspunkt. Das Schlusstrio sollte von den Namen her doch nun das
Blatt wenden können. Stephanie Klüber, Anna-Lena Gabler und vor allem Martina Hanikel standen nun auf
den Bahnen. Doch es sollte anders kommen als gehofft. Hanikel fand nie zu ihrem gewohnt starken Spiel
und musste ihren Punkt mit 503:517 Holz abgeben. Gleiches spiegelte sich auf den Nebenbahnen wieder bei
Klüber. Auch sie tat sich an diesem Tag schwer und konnte ebenfalls nichts Zählbares mit nach Hause
nehmen. 509:529 Holz hieß es am Ende und auch dieser Punkt ging auf das Konto der Heimmannschaft.
Einzig Anna-Lena Gabler kam mit den Bahnen klar. Sie erzielte die Tagesbestleistung mit starken 549:506
Kegeln. Leider waren es am Ende im gesamten zu viel Holz, um noch Tabellenpunkte mit ins Altmühltal
nehmen zu können. Jetzt heißt es Mund abwischen und weitermachen. Schon nächste Woche empfängt man
den Tabellenzweiten aus Fürstenfeldbruck zum Spitzenspiel auf heimischer Anlage.

Leave a Reply